Wundversorgung – offene Beine

Bei Beingeschwüren und Wunden an den Beinen sollte der Betroffene stets einen Arzt zurate ziehen, da die Wundversorgung etwas kompliziert ist. Die Haut benötigt Unterstützung bei der Heilung – die kann nur eine Fachkraft zweckgemäß geben.

Offene Beine – Wundversorgung an den Beinen

Offene Beine - WundversorgungBei Beingeschwüren und Wunden an den Beinen sollte der Betroffene stets einen Arzt zurate ziehen, da die Wundversorgung etwas kompliziert ist. Die Haut benötigt Unterstützung bei der Heilung – die kann nur eine Fachkraft zweckgemäß geben. Eine „dreigleisige“ Behandlung wird bei Beingeschwüren eingesetzt: Neben einer guten Wundversorgung wird eine Kompressionstherapie durchgeführt und gleichzeitig die Ursache bekämpft. Üblicherweise kann sich die menschliche Haut aus eigener Kraft regenerieren – bei chronischen Wunden deaktiviert sich diese Funktion. Betroffene oder Angehörige sollten in diesem Fall nicht selbst herumexperimentieren – eine chronische Wunde ist mit einer aufwendigen Therapie zu behandeln und benötigt fachkundige Hände.

Trockenhalten der Wunden – falscher Ansatz

Während es früher noch als richtig galt, Wunden möglichst trocken zu halten, ist man heutzutage überzeugt, dass dies genau der falsche Ansatz ist. Die Wunden schließen sich bei Trockenheit langsamer und der Heilungsprozess wird gestört. Über die Jahre hat sich bei der Behandlung von Beingeschwüren viel verändert. Mittlerweile werden chronische Wunden mittels Verbandsauflagen feucht gehalten, um die körpereigene Heilungskraft zu unterstützen. In dem künstlich geschaffenen Klima können sich Gefäße und Gewebe neu bilden.

Die nötigen Schritte zur Wundversorgung

Das Reinigen der Wunde:
Der Wundtherapeut entfernt Fremdkörper und Beläge aus der offenen Wunde und hat je nach Ausmaß verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Enzyme, Ultraschall, Pinzette oder Skalpell ermöglichen der Fachkraft eine saubere und keimfreie Arbeit. In einzelnen Fällen kommen auch steril gezüchtete Maden zum Einsatz – die „Lucilia sericata“ werden auf die betroffene Stelle gesetzt und leisten Erstaunliches. Die kleinen Tierchen lösen dank der Enzyme in ihrem Speichel, Beläge auf und töten mit ihren Ausscheidungen Bakterien ab.

Das Spülen der Wunde:
Da offene Beine und Geschwüre von einem Film aus Bakterien überzogen sind, muss die betroffene Stelle mit einer Wundspülung behandelt werden – dieser Vorgang entfernt Abfallprodukte und bekämpft Keime.
Ist es bereits zu einer Infektion gekommen, wird zudem „Antiseptika“ eingesetzt und lokal verwendet. Dieses Hilfsmittel gibt es in verschiedensten Formen – zum direkten Auflegen (Wundauflage) mit dem Wirkstoff „Silber“, flüssig oder halbfest.

Die Pflege der Haut:
Der Wundtherapeut wendet einen medizinischen Hautschutz an und trägt ihn auf dem Wundrand auf.

Die Wundversorgung:
Die letzten Jahre zeigten, dass eine feuchte Wundauflage den Heilungsprozess am besten unterstützt. Diese Auflage gibt es beispielsweise als Kompresse, als Gel oder mit Hydrofaser oder feinporigem Schaumstoff. Dauert eine Wundheilung mal ungewöhnlich lange, kommen auch andere antreibende „aktive Wundauflagen“ zum Einsatz – diese beinhalten Substanzen wie Hyaluronsäure, Kollagen, Silber oder Wachstumsstoffe.

Wer wegen chronischer Wunden nicht zum Arzt gehen möchte, kann an einer speziellen Fortbildung teilnehmen. Bei erfolgreichem Abschluss trägt man den Titel „Wundtherapeut“ und hat sich kompliziertes aber sehr hilfreiches Wissen angeeignet, mit dem offene Wunden bestens behandelt werden können.

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