Chronische Wunden

Eine Wunde ist chronisch, wenn sie trotz einer fachgerechten medizinischen Behandlung nach vier bis zwölf Wochen keine Anzeichen der Heilung zeigt. Ein erhöhtes Risiko zum Entstehen von chronischen Wunden besteht bei älteren Menschen, Diabetikern, Menschen im Rollstuhl und lange Zeit bettlägerigen Personen.

Was sind chronische Wunden?chronische Wunden

Eine Wunde ist chronisch, wenn sie trotz einer fachgerechten medizinischen Behandlung nach vier bis zwölf Wochen keine Anzeichen der Heilung zeigt. Ein erhöhtes Risiko zum Entstehen von chronischen Wunden besteht bei älteren Menschen, Diabetikern, Menschen im Rollstuhl und lange Zeit bettlägerigen Personen. Eine sehr häufige Art der chronischen Wunden sind das offene Bein (Ulcus cruris), das Druckgeschwür (Dekubitus) und der diabetische Fuß (diabetisches Fußsyndrom).

Beschreibung offenes Bein – Ulcus cruris

Bei einem offenen Bein (Ulcus cruris) handelt es sich in der Regel um eine tiefe, sehr schmerzhafte und nässende Wunde am rechten oder linken Unterschenkel, die nicht heilt. In neun von zehn Fällen ist ein gestörter Blutkreislauf für die nicht heilen wollende Wunde ursächlich. Gelegentlich führen auch normale Verletzungen zu offenen Wunden am Bein. Sie werden auch traumatische Beingeschwüre genannt.

Beschreibung Druckgeschwür – Dekubitus

Ein Druckgeschwür (Dekubitus) entsteht durch ständigen Druck auf die Haut, die zu einer verminderten Durchblutung der betroffenen Stellen führt. Menschen, die lange Zeit im Bett liegen müssen, bekommen häufig Druckgeschwüre über dem Steißbein, direkt am Gesäß und an den Fersen. Im Anfangsstadium ist lediglich die Haut an den betroffenen Stellen stark gerötet. Die konkreten Symptome sind vom Ausmaß der Erkrankung abhängig. Es kann sich um leichte Hautveränderungen an der Oberfläche der Haut handeln oder um schwere Schäden am Gewebe bis unter die Haut. Im ausgeprägten Stadium des Wundliegens sind die Muskeln und Sehnen sowie die Knochen angegriffen. Das Druckgeschwür ist nicht nur sehr schmerzhaft für die Betroffenen. Wenn es nicht rechtzeitig erkannt und nachhaltig behandelt wird, kann es zu schweren Komplikationen bis hin zu einer Sepsis führen.

Beschreibung diabetisches Fußsyndrom

Wie der Name sagt, kann das diabetische Fußsyndrom eine Folgeerscheinung von Diabetes sein. Dabei bilden sich im Verlauf an den Füßen der Betroffenen Geschwüre, die sich ausdehnen. Weil aufgrund des Diabetes der Heilungsprozess gestört ist, ist es besonders wichtig, präventiv zu agieren. Alle Maßnahmen, die der Bildung von Wunden entgegenwirken, sind wichtig. Das Risiko der Erkrankung steigt, wenn der Diabetes schon lange besteht und der Blutzucker nicht richtig eingestellt ist.

Die Wirkung von Hyaluronsäure im Prozess der Wundheilung

Die Medizin macht sich die besonderen Eigenschaften der Hyaluronsäure im Zusammenhang mit dem Prozess der Hauterneuerung zunutze. Im Rahmen der Wundheilung kommt Hyaluronsäure in Form von Spray oder Creme zum Einsatz. Hyaluronsäure ist nicht nur ein Feuchtigkeitsspeicher. Sie kann auch den Prozess der Wundreinigung unterstützen und die Neubildung von Bindegewebsfasern fördern.

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Wundversorgung – offene Beine

Bei Beingeschwüren und Wunden an den Beinen sollte der Betroffene stets einen Arzt zurate ziehen, da die Wundversorgung etwas kompliziert ist. Die Haut benötigt Unterstützung bei der Heilung – die kann nur eine Fachkraft zweckgemäß geben.

Offene Beine – Wundversorgung an den Beinen

Offene Beine - WundversorgungBei Beingeschwüren und Wunden an den Beinen sollte der Betroffene stets einen Arzt zurate ziehen, da die Wundversorgung etwas kompliziert ist. Die Haut benötigt Unterstützung bei der Heilung – die kann nur eine Fachkraft zweckgemäß geben. Eine „dreigleisige“ Behandlung wird bei Beingeschwüren eingesetzt: Neben einer guten Wundversorgung wird eine Kompressionstherapie durchgeführt und gleichzeitig die Ursache bekämpft. Üblicherweise kann sich die menschliche Haut aus eigener Kraft regenerieren – bei chronischen Wunden deaktiviert sich diese Funktion. Betroffene oder Angehörige sollten in diesem Fall nicht selbst herumexperimentieren – eine chronische Wunde ist mit einer aufwendigen Therapie zu behandeln und benötigt fachkundige Hände.

Trockenhalten der Wunden – falscher Ansatz

Während es früher noch als richtig galt, Wunden möglichst trocken zu halten, ist man heutzutage überzeugt, dass dies genau der falsche Ansatz ist. Die Wunden schließen sich bei Trockenheit langsamer und der Heilungsprozess wird gestört. Über die Jahre hat sich bei der Behandlung von Beingeschwüren viel verändert. Mittlerweile werden chronische Wunden mittels Verbandsauflagen feucht gehalten, um die körpereigene Heilungskraft zu unterstützen. In dem künstlich geschaffenen Klima können sich Gefäße und Gewebe neu bilden.

Die nötigen Schritte zur Wundversorgung

Das Reinigen der Wunde:
Der Wundtherapeut entfernt Fremdkörper und Beläge aus der offenen Wunde und hat je nach Ausmaß verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Enzyme, Ultraschall, Pinzette oder Skalpell ermöglichen der Fachkraft eine saubere und keimfreie Arbeit. In einzelnen Fällen kommen auch steril gezüchtete Maden zum Einsatz – die „Lucilia sericata“ werden auf die betroffene Stelle gesetzt und leisten Erstaunliches. Die kleinen Tierchen lösen dank der Enzyme in ihrem Speichel, Beläge auf und töten mit ihren Ausscheidungen Bakterien ab.

Das Spülen der Wunde:
Da offene Beine und Geschwüre von einem Film aus Bakterien überzogen sind, muss die betroffene Stelle mit einer Wundspülung behandelt werden – dieser Vorgang entfernt Abfallprodukte und bekämpft Keime.
Ist es bereits zu einer Infektion gekommen, wird zudem „Antiseptika“ eingesetzt und lokal verwendet. Dieses Hilfsmittel gibt es in verschiedensten Formen – zum direkten Auflegen (Wundauflage) mit dem Wirkstoff „Silber“, flüssig oder halbfest.

Die Pflege der Haut:
Der Wundtherapeut wendet einen medizinischen Hautschutz an und trägt ihn auf dem Wundrand auf.

Die Wundversorgung:
Die letzten Jahre zeigten, dass eine feuchte Wundauflage den Heilungsprozess am besten unterstützt. Diese Auflage gibt es beispielsweise als Kompresse, als Gel oder mit Hydrofaser oder feinporigem Schaumstoff. Dauert eine Wundheilung mal ungewöhnlich lange, kommen auch andere antreibende „aktive Wundauflagen“ zum Einsatz – diese beinhalten Substanzen wie Hyaluronsäure, Kollagen, Silber oder Wachstumsstoffe.

Wer wegen chronischer Wunden nicht zum Arzt gehen möchte, kann an einer speziellen Fortbildung teilnehmen. Bei erfolgreichem Abschluss trägt man den Titel „Wundtherapeut“ und hat sich kompliziertes aber sehr hilfreiches Wissen angeeignet, mit dem offene Wunden bestens behandelt werden können.

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