Kniegelenk – Meniskus, Knorpel, Kreuzband und Patella

Das Kniegelenk ist nicht nur das größte, es gilt zugleich als das komplexeste Gelenk des menschlichen Körpers. Kniescheibe (Patella), Meniskus sowie zahlreiche Muskeln, Bänder, Kapseln und Sehnen sind in einem ausgeklügelten System miteinander verbunden.

Das Kniegelenk – so einzigartig wie empfindlich

KniegelenkDas Kniegelenk ist nicht nur das größte, es gilt zugleich als das komplexeste Gelenk des menschlichen Körpers. Kniescheibe (Patella), Meniskus sowie zahlreiche Muskeln, Bänder, Kapseln und Sehnen sind in einem ausgeklügelten System miteinander verbunden. Nur wenn sämtliche Elemente reibungslos funktionieren, kann das Kniegelenk seine Aufgaben vollständig und störungsfrei erfüllen. Es ermöglicht das Beugen und Strecken unserer Beine und trägt bis zum Dreifachen unseres Körpergewichts. Bereits die geringste Abweichung kann zu Bewegungsstörungen führen und teilweise heftige Schmerzzustände nach sich ziehen.

Ein gesundes Knie für mehr Lebensqualität

Nie zuvor waren Senioren so gesund und aktiv wie heute. Gleichzeitig steigen auch die Ansprüche an die Jahre jenseits des Erwerbslebens. So steht heute nicht mehr ausschließlich die Lebensdauer, sondern vor allem die Lebensqualität im Vordergrund. Nicht nur junge Menschen bezeichnen sportliche Betätigung als ihre liebste Freizeitbeschäftigung und wünschen sich vor allem Gesundheit und Beweglichkeit bis ins hohe Alter. Ein gesundes Knie ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung.

Wie kommt es zu Knieproblemen?

Sport ist gesund – doch führen gefährliche Sportarten sowie Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit, insbesondere nach einer längeren Ruhephase, regelmäßig zu schmerzhaften und langwierigen Verletzungen. Übergewicht und mangelnde Bewegung können krankhaften Knorpelschwund, einseitige Überlastung eine Schleimbeutelentzündung hervorrufen.

Schließlich fordert auch der Alltag mit seinen zahlreichen Belastungen seinen Tribut. Haushaltsunfälle, Fehlbelastungen, Verschleiß und vermeintlich harmlose Entzündungen beginnen nicht selten mit unklaren Beschwerden, um sich unbehandelt zu jahrelangen „Leidensgeschichten“ zu entwickeln.

Kann ich ernsthaften Beschwerden vorbeugen?

Besonders schmerzhafte oder länger als zwei bis drei Wochen andauernde Beschwerden gehören stets in die Hände eines erfahrenen Kniespezialisten. So ist eine frühzeitige Diagnosestellung insbesondere bei Gelenkproblemen von entscheidender Bedeutung. Sie vermeidet nicht nur kompliziertere Eingriffe, mithilfe der Kernspintomographie vermag ein erfahrener Orthopäde geschädigte Gelenkknorpel sogar bei noch beschwerdefreien Kniegelenken zu erkennen. Auch eine Arthroskopie, eine Gelenkspiegelung, ist in Zeiten der „Knopfloch-Chirurgie“ ein äußerst schonender Eingriff, der dem Arzt eine detaillierte Diagnosestellung erlaubt.

So sollte jeder, der auch nur sporadisch unter Knieproblemen leidet, diese Form der Früherkennung nutzen. Rechtzeitig angewandt verhindert sie manch größeren chirurgischen Eingriff mit anschließender Rehabilitation.

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Retropatellararthrose – Kniescheibenarthrose

Die Retropatellararthrose – Eine Arthrose an der Kniescheibe. Unter einer Retropatellararthrose verstehen Mediziner eine Arthrose innerhalb des Femoropatellargelenks, das zwischen Kniescheibe (Patella) und Trochlea femoris angesiedelt ist.

Die Retropatellararthrose – Eine Arthrose an der Kniescheibe

Unter einer Retropatellararthrose verstehen Mediziner eine Arthrose innerhalb des Femoropatellargelenks, das zwischen Kniescheibe (Patella) und Trochlea femoris angesiedelt ist.

Wodurch eine Retropatellararthrose verursacht wird

Retropatellararthrose KniescheibenarthroseHauptgrund für das Entstehen einer Arthrose an der Kniescheibe ist der hohe Druck auf den Oberschenkelknochen. Dieser fördert das Abnutzen der Knorpelfläche. Dies gilt besonders für Menschen, die kniende Tätigkeiten ausüben oder fortwährend schwere Lasten tragen. So kommt es bei ihnen dadurch häufiger zu einer Retropatellararthrose. Gefördert wird die Kniearthrose außerdem durch bereits angeborene Fehlstellungen des Kniegelenks sowie einen hohen Druck beim Anpressen der Kniescheibe auf das restliche Gelenk. Mitunter können auch zu kurz geratene Kniescheibenhaltebänder eine Arthrose begünstigen, weil sie die Kniescheibe in die seitliche Richtung ziehen. Bei manchen Menschen bestehen auch bereits angeborene Missbildungen der Kniescheibe. All diese Fälle haben miteinander gemeinsam, dass sich die Knorpelfläche dabei abnutzt, was wiederum eine Zerstörung des Knorpels zur Folge hat. Häufig zeigt sich diese Schädigung bereits bei Menschen im jungen Alter. Bei älteren Patienten sind die Knorpelschäden zumeist schon derart fortgeschritten, dass sie das gesamte Kniegelenk in Mitleidenschaft gezogen haben. Eine spezielle Therapie gilt dann nicht mehr als sinnvoll, da sie keine Besserung der Beschwerden bewirken würde.

Eine Retropatellararthrose bildet sich isoliert. In den meisten Fällen besteht eine patellofemorale Dysplasie, die sich auch negativ auf die Gelenkpartner auswirkt. Hauptursachen für die Arthrose sind Verletzungen wie Luxationen oder Brüche der Kniescheibe, die sich nicht selten wiederholen. Aber auch sämtliche Entzündungen des Kniegelenks können für die Entstehung einer Kniescheibenarthrose verantwortlich sein.

Die Diagnose einer Retropatellararthrose erfolgt durch eine Röntgenuntersuchung. Als typisches Merkmal der Arthrose gelten zudem retropatellar lokalisierte Schmerzzustände, die sich beim Heruntersteigen einer Treppe oder beim Abwärtslaufen eines Abhangs bemerkbar machen. Sogar nach längeren Sitzen können Schmerzen auftreten.

Im Vorfeld einer Retropatellararthrose kommt es stets zu einer Schädigung des Knies. Diese wird in der Regel durch Gelenkverschleiß, fortdauernde einseitige Kniebelastungen oder Unfälle hervorgerufen. Das permanente Voranschreiten der Arthrose führt nach und nach zur Zerstörung des Knorpelgewebes. Dabei wird über längere Zeit starker Druck auf das Kniegelenk ausgeübt. Davon betroffen ist vor allem die Berufsgruppe der Fliesenleger.

Behandlung der Retropatellararthrose

Auf welche Weise eine Retropatellararthrose behandelt wird, richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Zum Bekämpfen der Schmerzsymptome erhält der Patient nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Liegt eine Instabilität der Kniescheibe oder eine Patellalateralisation vor, gilt eine Patella-Rezentrierung als sinnvoll.

Therapie von akuten Beschwerden

Leidet der Patient unter akuten Schmerzen, führt der Arzt meist eine Behandlung der Symptome durch. Zu diesem Zweck verabreicht er schmerz- und entzündungshemmende Mittel. Bei starken Beschwerden besteht die Option, Kortison unmittelbar in das Knie zu injizieren. Allerdings lässt sich mit diesen Maßnahmen keine Heilung von Dauer erzielen.

Konservative Behandlung

In der Regel nimmt die konservative Behandlung einer Retropatellararthrose längere Zeit in Anspruch. Dabei verknüpft der Arzt unterschiedliche Methoden miteinander. Lindernd auf die Beschwerden wirkt sich die Darreichung von Hyaluronsäure aus. Diese vermag den zerstörten Knorpel zwar nicht wiederherzustellen, sorgt jedoch dafür, dass der weitere Abbau langsamer verläuft. Darüber hinaus lassen sich Knorpelschutzmittel (Chondroprotektiva) einnehmen, deren Wirkung jedoch begrenzt ist. Als weitere sinnvolle konservative Therapiemaßnahme gelten krankengymnastische Übungen. Sie dienen dazu, den Oberschenkel zu stärken. Wichtig sind zudem das Kräftigen der Muskeln sowie eine spezielle Schmerzbehandlung.

Operation

Nicht immer führt die konservative Behandlung zum gewünschten Erfolg. Dies kann daran liegen, dass die Zerstörungen des Knorpels bereits zu umfangreich sind. In solchen Fällen gilt die Durchführung einer Operation als hilfreich. Zu diesem Zweck nimmt der Arzt zunächst eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) vor, um sich einen genauen Überblick zu verschaffen. Dabei kann er zum Beispiel auch den Knorpel glätten und geschädigte Menisken herausoperieren.

Eine weitere operative Methode stellt die Abrasionschondroplastik dar. Sie dient zur Anregung des Heilungsprozesses. Bei diesem Verfahren schabt der Operateur die Oberschicht des Knochens ab, was eine Einblutung nach sich zieht. Auf diese Weise wird der Organismus angeregt, beschädigte Körperstellen wie den Knorpel zu reparieren.

Als letzte Operationsmaßnahme wird das Einsetzen einer künstlichen Kniescheibe oder eines künstlichen Kniegelenks angesehen. Nicht in jedem Fall erfolgt dabei der Austausch des gesamten Knies. Bei den meisten Patienten beschränkt sich der Chirurg darauf, lediglich die beschädigten Teile des Gelenks durch einen Oberflächenersatz auszuwechseln.

Folgen einer Retropatellararthrose

Befindet sich die Retropatellararthrose bereits im fortgeschrittenen Stadium, ist der Betroffene nicht mehr imstande, sein Knie problemlos zu bewegen. Schmerzen verspürt er dabei jedoch nicht. Weiterhin ist eine zunehmende Versteifung des Knies denkbar. Tritt diese ein, muss ein Arzt zu Rate gezogen werden, um die Arthrose frühzeitig behandeln zu lassen. Ansonsten verschlechtern sich die Beschwerden weiterhin.

Nicht selten zeigt sich die Retropatellararthrose zusammen mit einer Gonarthrose. Weil die Symptome einen ähnlichen Verlauf nehmen, kommt es oft zu Verwechslungen der beiden Erkrankungen. Klarheit verschaffen medizinische Diagnosemethoden wie Röntgenuntersuchungen, eine Sonographie (Ultraschall) oder eine Kernspintomographie. Findet eine entsprechende Behandlung statt, ist es möglich, die Arthrose wirkungsvoll zu bekämpfen.

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