Trockene Augen – Das Sicca-Syndrom

Das sogenannte Sicca-Syndrom ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Umgangssprachlich wird auch vom „Trockenen Auge“ gesprochen.

Definition: Das „Trockene Auge“

trockene augen sicca syndromDas sogenannte Sicca-Syndrom ist eine der häufigsten Augenerkrankungen. Etwa jeder fünfte augenärztliche Patient leidet unter der Erkrankung. Umgangssprachlich wird auch vom „Trockenen Auge“ gesprochen. Alle Symptome, die durch eine reduzierte Befeuchtung der Augenoberfläche entstehen, werden dem Krankheitsbild zugeordnet. Da es sich um ein chronisches Leiden und nicht um eine vorübergehende Infektion handelt, muss eine permanente Therapie erfolgen.

Alle fünf bis zehn Sekunden wird Tränenflüssigkeit mithilfe eines Lidschlages gleichmäßig an die Augenoberfläche abgegeben. Die Flüssigkeit, welche in den Tränendrüsen produziert wird, hat mehrere wichtige Aufgaben. Dazu zählt die Sauerstoffversorgung der äußeren Hornhautschicht, das Ausschwemmen von Fremdkörpern, das Feuchthalten von Horn- und Bindehaut sowie die Beseitigung von Unebenheiten auf der Hornhaut. Zudem besitzt sie eine bakterizide Wirkung (Abwehr von Bakterien und Viren).

Der hauchdünne Tränenfilm enthält Enzyme, Eiweißstoffe sowie Antikörper und besteht aus drei Schichten. Direkt auf der Augenoberfläche befindet sich die schleimige Muzinschicht, welche Unebenheiten ausgleicht und die Haftung der nachfolgenden Schichten auf der Oberfläche deutlich verbessert. Die Mitte und gleichzeitig den überwiegenden Teil der Tränenflüssigkeit bildet die wässrige Schicht, in der Enzyme und Antikörper zum Schutz des Auges gelöst sind. Die sogenannte Lipidschicht bildet den äußeren Abschluss des Tränenfilms und ist sowohl sehr dünn als auch fetthaltig. Sie verhindert ein zu schnelles Verdunsten der wässrigen Schicht sowie das Ablaufen der Tränenflüssigkeit über die Lidkante.

Die Produktion des Tränenfilms findet überwiegend in der Tränendrüse unterhalb der äußeren Augenbraue statt. Auch eine Vielzahl kleinerer Drüsen des Lidrandes sowie der Bindehaut geben Bestandteile der Flüssigkeit ab. Sowohl die Menge als auch die Abgabe der schützenden Lösung wird durch das vegetative Nervensystem geregelt.

Am unteren und oberen, zur Nase gerichteten Lidrand befindet sich das untere sowie obere Tränenpünktchen. Die Tränenflüssigkeit gelangt über die Tränenpünktchen in den unteren und oberen Tränenkanal, anschließend in den Tränensack und von dort direkt in die Nase.

Die Ursachen eines „Trockenen Auges“

Beim Sicca-Syndrom liegt eine Veränderung der Zusammensetzung oder Menge der Tränenflüssigkeit vor, weshalb es zu Benetzungsstörungen der Augenoberfläche kommt. Dabei können die Komponenten des Tränenfilms (schleim-, wasser- und fetthaltig) oder gar die gesamte Flüssigkeit in nicht ausreichender Menge vorliegen.

Zudem lässt sich häufig eine chronische Lidrandentzündung (Blepharitis marginalis) am Auge feststellen. Die Ursachen der Entzündung sind vielfältig und können beispielsweise hormonell- oder umweltbedingt sein. Im Bereich des Lidrandes sind hierbei die Ausführungsgänge der Drüsen verstopft und können dadurch die Komponenten der Tränenflüssigkeit nicht mehr freisetzen. Die Folge ist ein schnelleres Austrocknen des Auges.

Weiterere Auslöser können chirurgische Eingriffe am Auge sein, die ein permanentes Trockenheitsgefühl zur Folge haben. Insbesondere Patienten nach refraktiver Chirurgie (z. B. LASEK, LASIK) sowie nach einer Operation des Grauen Stars sind von dem „Trockenen Auge“ betroffen.

Des Weiteren können auch verschiedene systemische Erkrankungen oder Veränderungen die Entstehung des Sicca-Syndroms begünstigen. Dazu zählen hauptsächlich Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (z. B. Lupus erythematodes, Sjögren-Syndrom, Polyarthritis), Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“), einige Hauterkrankungen (z. B. Rosacea), bestimmte Medikamente (z. B. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Betablocker, Anti-Baby-Pille), hormonelle Umstellungen bei Frauen (z. B. Wechseljahre/Klimakterium) sowie die regelmäßige Anwendung einiger Augentropfen.

Darüber hinaus sind immer öfter auch klimatische Einflussfaktoren (z. B. Klimaanlagen oder trockene Umgebungsluft) sowie Umweltbelastungen (z. B. Stäube, Lösungsmitteldämpfe) für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich, weshalb in den Vereinigten Staaten auch vom „office-eye-syndrome“ gesprochen wird.

Auftretende Beschwerden beim Sicca-Syndrom

Das Krankheitsbild des „Trockenen Auges“ umfasst unterschiedliche Schweregrade. Aufgrund dessen können die Symptome von einem leichten Brennen, Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl, einer Rötung der Bindehaut, Schmerzen oder Druckgefühl sowie verklebte Augen am Morgen bis – im schlimmsten Fall – zu einer chronischen Hornhautentzündung mit deutlicher Eintrübung der obersten Schicht reichen.

Der Weg zur Diagnose

Zu Beginn des Arztbesuches steht ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten an, in dem alle Beschwerden möglichst genau geschildert werden sollten. Anschließend findet die Untersuchung des Auges statt. Der Augenarzt verwendet dafür eine sogenannte Spaltlampe, mit der das erkrankte Auge unter einer vielfachen Vergrößerung betrachtet werden kann.

Zudem können zusätzliche Tests die Diagnose festigen. Dazu zählt die Messung der Tränenfilmstabilität mittels Bestimmung der Tränenfilmaufreißzeit sowie die Messung der Tränensekretion mit einem Filterstreifen. Außerdem kann auch ein Anfärbeverfahren mit verschiedenen Farbstoffen (Lissamingrün, Fluoreszin, Bengalrosa) durchgeführt werden, da die unterschiedlichen Anfärbemuster eine exaktere Beurteilung der Augenoberfläche gewähren.

Die anschließende Behandlung

Nur bei wenigen Patienten lässt sich die Ursache der Erkrankung genau bestimmen und folglich beseitigen. Häufig muss auf die reine Behandlung der Symptome zurückgegriffen werden.

Tränenersatzmittel

Sowohl die Wirksamkeit als auch die Verträglichkeit der einzelnen Tränenersatzmittel werden sehr unterschiedlich empfunden. Es empfiehlt sich, verschiedene Präparate zu probieren. Bei der Wahl des richtigen Mittels sollte der Schweregrad des „Trockenen Auges“ bedacht werden. Bei gelegentlich auftretenden Beschwerden sind dünnflüssige Ersatzmittel sinnvoll, während Patienten mit dauerhaft starken Symptomen eher auf ein dickflüssiges Präparat zurückgreifen sollten. Bei Allergien gegen Konservierungsstoffe sowie bei einer häufigen Anwendung sollte das Tränenersatzmittel möglichst frei von Konservierungsstoffen sein. Geeignete Produkte sind meist in Einmal-Ophtiolen erhältlich und tragen oft die Bezeichnungen EDO, SE oder DU.

Da es sehr viele unterschiedliche Tränenersatzmittel gibt, werden diese in sechs Stoffklassen eingeteilt:

  • Hyaluronsäure
  • Carbomere
  • Polyvidone
  • Dexpanthenol
  • Polyvinylalkohole
  • Cellulose-Derivate

Bei Patienten mit einem leichten Schweregrad genügen oftmals Polyvidone, Cellulose-Derivate oder Polyvinylalkohole. Mittelschwere Verläufe sollten eher mit Hyaluronsäure, Carbomeren oder Hydroxyethyl- und Carboxymethyl-Cellulose behandelt werden.

Sollten die Augentropfen nicht mehr die erwünschte Wirkung erzielen, können darüber hinausgehende Behandlungsansätze wie Cyclosporin A-haltige Tropfen oder der Einsatz von autologen Serum-Augentropfen genutzt werden. Auch ein Verschluss der Tränenwege kann eingeleitet werden, wenn dies als sinnvoll erachtet wird.

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Bio-Hyaluronsäure

Bio-Hyaluron

Bio HyaluronHyaluron ist ein Bestandteil unseres Gewebes. So finden wir Hyaluron in den Muskeln, in den Sehnen und auch in der Haut. Hyaluronsäure kann Wasser binden und sorgt somit in weiterer Folge für ein vitales und gesundes Aussehen unserer Haut.

Hyaluronsäure ist die natürliche Anti-Aging-Wunderwaffe

Doch Menschen, die sich für Bio-Hyaluron-Behandlungen entscheiden, müssen sich immer wieder diverse Vorurteile anhören: Bio mag ja gut sein, aber hilft Hyaluron wirklich gegen Falten? Natürlich! In der natürlichen Kosmetik gibt es diverse Power-Wirkstoffe – so etwa Coenzym Q10, Kollagen und auch die Hyaluronsäure. Dabei handelt es sich um die sogenannte „grüne Anti-Aging-Liste“. Des Weiteren bieten viele Naturkosmetik-Hersteller auch Pflegeprodukte für reife Haut an. Dabei wird der Verbraucher relativ schnell erkennen, dass auch hier die alten Bekannten – wie etwa Kollagen, Coenzym Q10 und Hyaluronsäure – in den Cremetöpfen zu finden sind. Keine Sorge – hier wird nicht geschummelt oder mit falschen Versprechen geworben. Jene Wirkstoffe, die wir aus der Natur kennen, sind den synthetischen Wirkstoffen oftmals überlegen.

Hyaluronsäure hilft der Haut und sorgt für ein jüngeres Aussehen

Hyaluronsäure gilt als wahrer Jungbrunnen. Dabei handelt es sich um einen körpereigenen Zuckerstoff, der sich zwischen unseren Bindegewebsfasern bildet und dafür sorgt, dass unsere Haut glatt, faltenfrei und vital bleibt. Schlussendlich genügt bereits 1 Gramm Hyaluron, damit rund drei Liter Flüssigkeit gebunden werden können! Hyaluronsäure findet sich auch in den Hahnenkämmen. In den 1980er Jahren gab es daher zahlreiche Cremes mit Hyaluronsäure aus Hahnenkämmen, wobei der Feuchtigkeitsspender heutzutage nicht mehr aus den Kämmen gewonnen wird; heutzutage wird Hyaluronsäure synthetisch hergestellt oder direkt aus diversen Bakterienkulturen gewonnen. Anders jedoch bei der Hyaluronsäure: Bio-Hyaluronsäure wird aus den Mikroorganismen des Weizens gewonnen, sodass es sich um ein biologisches und auch veganes Produkt handelt.

Die biologische Faltenunterspritzung

Hyaluron wird als kristallklares Gel in die Hautfalten injiziert. Dabei verstärkt das injizierte Hyaluron die Produktion des körpereigenen Hyalurons; in weiterer Folge kommt es zu einem deutlich verbesserten Hautvolumen. Das Hyaluron wird mit einer extrem dünnen Nadel injiziert; die zu behandelnde Region wird im Vorfeld mit einer Anästhesiecreme oder einem Kühlungsspray betäubt, sodass die Injektionen keine Schmerzen verursachen.

Der Patient darf sich über ein sofortiges Ergebnis freuen, welches nicht nur lange anhält, sondern auch besonders natürlich ist, sodass es zu keiner „versteinerten Mimik“ kommt. Natürlich spielen auch die Ausprägungen und die Faltentiefen eine wesentliche Rolle, sodass natürlich die individuelle Verfassung eine wesentliche Rolle spielt, welche Erfolge tatsächlich erzielt werden können. Klagt der Patient unter sehr starken und tiefen Falten, kann das Gewebe nicht mehr zur Gänze angehoben werden, sodass es „nur“ zu einem sogenannten „Weichzeichner-Effekt“ kommt. Aber auch hier tritt eine optische Verjüngung ein.

Wann kann das Biolifting in Anspruch genommen werden?

Patienten, die von den „klassischen Schönheitsfalten“ (Mundfalten, Stirnfalten, Nasenfalten) betroffen sind, können – nur mit dem Biolifting – ihre Falten derart korrigieren lassen, dass sie um Jahre jünger aussehen. Jedoch kann biologisches Hyaluron auch zur Behandlung von Aknenarben verwendet werden; selbst eine Vergrößerung des Lippenvolumens ist möglich.

Hyaluronsäure zu Therapiezwecken

Nutzen von Hyaluronsäure zu Therapiezwecken

HyaluronsäureFür das Bindegewebe des menschlichen Körpers ist Hyaluronsäure von großer Bedeutung. Es handelt sich dabei um eine gelartige und transparente Substanz. Sie kann nicht nur im Bindegewebe, sondern auch in Gelenken und der Knorpelmasse nachgewiesen werden. Im Körper übernimmt Hyaluronsäure hauptsächlich die Funktion, Wasser zu speichern. In Relation zur eigenen Masse kann die Säure eine große Menge an Feuchtigkeit binden.

Mit steigendem Alter nimmt der Anteil an Hyaluronsäure in Körper ab, was zu Problemen und Schmerzen führen kann. Mit dem Erreichen des 6. Lebensjahrzehnts hat sich der Anteil der Säure im Körper bereits um rund 90 Prozent verringert. Schmerzbedingte Probleme und körperliche Beeinträchtigungen durch einen Hyaluronsäuremangel können therapeutisch behandelt werden. Künstlich hergestellt kann sie an der betroffenen Körperstelle injiziert werden.

Schutzfilm der Gelenke und Wasserspeicher

Als Hauptbestandteil der Knorpelmasse und der Flüssigkeit in den Gelenken übernimmt Hyaluronsäure vielfältige Funktionen. Sie legt sich als gelartige Flüssigkeit um den Knorpel und Gelenke und macht eine schmerzfreie Bewegung möglich. Ferner schützt sie vor großen Belastungen der Gelenke und federt diese ab.

Anders als Wasser kann Hyaluronsäure nicht aus Gelenken austreten. Wie ein Schutzkissen legt sich die gelartige Masse zwischen Knochen und Gelenken und verhindert, das diese aufeinander reiben. Der Wirbelsäure, die einen Großteil des menschlichen Gewichts trägt, verleiht sie damit Stabilität und Beweglichkeit.

Im Bindegewebe übernimmt Hyaluronsäure eine weitere Funktion. Unter der Haut dient sie als Wasserspeicher und reguliert den Wasserhaushalt. Bei einer Unterversorgung gibt sie Wasser ab, bei einer ausreichenden Versorgung speichert sie Flüssigkeit.

Therapeutische Einsatzbereiche

Die starke Beanspruchung der Gelenke im Alltag führt zu einer stetigen Abnutzung der Knorpelmasse. Ohne einen ausreichenden Schutzfilm reiben Gelenke und beschädigte Knorpel aufeinander und verursachen Schmerzen. Es kommt zu einer Bewegungseinschränkung, meist entwickelt sich eine chronische Arthrose.

Mit künstlich hergestellter Hyaluronsäure kann der noch vorhandene Schutzfilm unterstützt werden. Einmal in das betroffene Gelenk injiziert, glättet die künstliche Hyaluronsäure die Knorpeloberfläche und verhindert ein Schmerz verursachendes Reiben der Gelenke.

Hyaluronsäure kann dank seiner Eigenschaft als Wasserspeicher auch als Zusatzstoff bei Augentropfen eingesetzt werden. Schon ein Gramm der Säure kann rund sechs Liter Wasser speichern. Sie schützt vor einem schnellen Austrocknen der Linse und hält sie länger feucht.

Gefeiert als Wundermittel gegen Falten

Die ästhetische Medizin hat Hyaluronsäure längst als sinnvolles Mittel gegen faltige Haut für sich entdeckt. Der Mangel an der Säure führt dazu, dass im Alter nicht mehr genug Feuchtigkeit unter der Haut gespeichert wird. Es bilden sich Falten, die mit Hyaluronsäure bekämpft werden können. Unter der betroffenen Hautpartie injiziert, bindet Hyaluronsäure Feuchtigkeit und steigert die Elastizität der Haut.

Es ist nicht zwingend ein invasiver Eingriff notwendig, Hyaluronsäure kann auch auf die Haut aufgetragen werden. In Gels und Cremes zur Faltenbekämpfung wird meist Hyaluronsäure beigesetzt. Die Wirkung ist jedoch deutlich geringer, Gleiches gilt auch für Hyaluronsäurekapseln. Die Dosierung ist deutlich geringer als bei einer Injektion direkt unter die Haut.

Gelenkknorpel – Knorpel

Der Knorpel ist für die Dämpfung verantwortlich Für Sportler ist ein Knorpelschaden das Horrorszenario schlechthin. Er markiert den ersten ernstzunehmenden Schritt zur Gelenkabnutzung.

Der Knorpel ist für die Dämpfung verantwortlich

Gelenkknorpel KnorpelFür Sportler ist ein Knorpelschaden das Horrorszenario schlechthin. Er markiert den ersten ernstzunehmenden Schritt zur Gelenkabnutzung. Verglichen werden kann der abgenutzte Knorpel mit einem Fahrrad, das ohne Gummibereifung unterwegs ist. Für den Menschen ist diese sinnbildliche Bereifung, um alltäglichen Belastungen standhalten zu können, von besonderer Bedeutung. Der Knorpel stellt ein schützendes Polster für Gelenke dar, trägt zur reibungslosen Bewegung bei und federt Stöße und Belastungen ab. Häufig sind Schäden an Gelenkknorpeln aufgrund hoher Belastung beim Sport, in Folge eines Unfalls oder durch Übergewicht anzutreffen.

Wegen der fehlenden Durchblutung, ist der Knorpel nicht in der Lage, sich selbst zu regenerieren. Kurz ausgedrückt: Knorpelschäden heilen nicht! Stärkere Knorpeldefekte münden, sofern sie nicht behandelt werden, in Arthrose, also einer akuten Gelenkabnutzung. Dem entgegenzuwirken, ist das Bestreben einer jeden Behandlung. Besonders entscheidend ist die genaue Ursachenanalyse des Knorpeldefekts. Nur durch sie kann eine auf den Patienten exakt abgestimmte Behandlungsstrategie initiiert und die Ausweitung des Knorpelschadens eingedämmt werden.

Knorpeldefekten in Eigenregie aus dem Wege gehen

Eine wichtige Grundregel ist: Auch für Gelenke mit Knorpeldefekten ist regelmäßige Bewegung unabdingbar! Übermäßige Schonung und Ruhe sind in diesem Fall sogar kontraproduktiv. Dank einer regelmäßigen Bewegung in Form von Radfahren, Schwimmen oder Walken kann der Knorpel mit den Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit versorgt werden, die er benötigt. So haben Gewichtsabnahme, weichere Schuhsohlen, aber mitunter auch adäquate Einlagen einen positiven Einfluss darauf, die alltäglichen Belastungen zu verringern. Auch Muskeltraining fördert Gelenkstabilität und Gelenkführung.

Die Behandlung mit Medikamenten

Obwohl Knorpelschäden nicht medikamentös geheilt werden können, gibt es eine Möglichkeit, durch eine Injektion von Hyaluronsäure in das Gelenk, die Ausweitung der Knorpeldefekte effektiv zu verringern. Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und bewirkt ihre gelenkschmierende Eigenschaft. Einfacher ausgedrückt erfüllt Hyaluronsäure ähnlich wichtige Funktionen wie Motoröl in Verbrennungsmotoren. Wegen der Hyaluronsäure-bedingten Schutzschicht wird der Gelenkknorpel entlastet. Hierdurch wird ein übermäßiger Verschleiß verhindert. Darüber hinaus fördert synthetisch erzeugte Hyaluronsäure, die zur Verbesserung der Schmiereigenschaften in das Gelenk gespritzt wird, die Balance zwischen Neubildung und Abbau von Hyaluronsäure im Körper.

Operativer Eingriff

Sobald konventionelle Behandlungen nicht mehr greifen, muss ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Mit der arthroskopischen Gelenkspülung und Knorpelglättung lassen sich gelöste Knorpelelemente aus dem Gelenk entfernen, um so die mechanische Funktion des Gelenks zu verbessern.

Ein weiteres Verfahren ist die Mikrofrakturierung, die alternativ angewandt werden kann. Bei tiefergehenden Knorpeldefekten wird vom Operateur mit einem Spezialinstrument eine Art Verletzung am freiliegenden Knochen und somit eine Blutung erzeugt. Die dadurch entstehende Einblutung sorgt dafür, dass sich im „verletzten“ Bereich eine Narbe bildet, die sich zu knorpeligen Ersatzgewebe umbildet und hierdurch den Knorpelschaden versiegelt. Liegen größere Knorpelschäden vor, kann mitunter eine Knorpelzelltransplantation aushelfen. Dieses moderne Verfahren sieht vor, dem Patienten Knorpelzellen zu entnehmen und in einem Labor anzuzüchten. Mit einem zweiten Eingriff werden die Knorpelzellen in den Schadbereich eingefügt, wodurch der Knorpeldefekt vollständig ausheilt. Dank einer Knorpeltransplantation können Patienten mit den hier beschriebenen Knorpeldefekten erfolgreich therapiert werden.

Insbesondere für Sportler ist es wichtig, dass durch adäquates Training, eingehaltene Regenerierung sowie gute Technik das Entstehen frühzeitiger Knorpeldefekte verhindert wird. Bei vorliegenden Knorpelschäden helfen nur individuelle Behandlungsherangehensweisen sowie eine genaue Anamnese, den Defekt zu beheben. Das Ziel ist, Sportlern nachhaltig Lebensqualität zu ermöglichen und das Entstehen einer schmerzhaften Arthrose zu verhindern.

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Hyaluronspritze für das Knie

Wer Hyaluronsäure hört, wird automatisch an Faltenbehandlungen denken. Doch Hyaluron ist nicht nur ein wirksames Antifalten-Mittel, sondern auch die Schmiere unserer Gelenke.

Hyaluron bei Kniebeschwerden

Wer Hyaluronsäure hört, wird automatisch an Faltenbehandlungen denken. Doch Hyaluron ist nicht nur ein wirksames Antifalten-Mittel, sondern auch die Schmiere unserer Gelenke. Hat der Mensch nicht genug Hyaluron in seinen Gelenken, kommt es in weiterer Folge zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Vor allem Patienten, die bereits an Arthrose leiden, werden immer wieder mit Hyaluronsäure behandelt. Dabei injiziert der Mediziner das Hyaluron in die betroffene Region, sodass die Beschwerden gelindert werden können.

Leidet der Patient unter einer Arthrose im Knie, beeinflusst das nicht nur sein körperliches Wohlbefinden. Viele Patienten kämpfen, aufgrund der anhaltenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, mit psychischen Problemen. Wenn das Gehen, das Aufstehen und andere Bewegungen tagtäglich mit Schmerzen verbunden sind, verlieren viele Betroffene die Hoffnung, jemals wieder schmerzfrei am Leben teilnehmen zu können.

Eine Kniegelenksarthrose, die im fortgeschrittenen Alter auftritt, stellt heutzutage keine Seltenheit mehr dar. Da es sich dabei um eine Verschleißerkrankung handelt, kann jeder, der sich im höheren Lebensalter befindet, zum Betroffenen werden. Bei der Arthrose reiben die Gelenkknorpel aneinander, wobei im Laufe der Zeit Abnutzungen entstehen. In weiterer Folge reibt Knochen an Knochen; ein Zustand, der für die Schmerzen verantwortlich ist. Die Flüssigkeit, die als „Puffer“ fungierte, ist aufgebracht. Das Kniegelenk hat seine natürliche Schmiere verloren. Wird ein derartiger Zustand nicht behandelt, folgt mitunter eine Versteifung des Gelenks.

Das Knorpelgewebe, das im Gelenk vorzufinden ist, wird nicht mit Blutgefäßen versorgt. Die Nährstoffe, die das Gewebe benötigt, werden über die Gelenkschmiere geliefert. Das Problem, das sehr wohl den Hauptaspekt der Arthrose ausmacht, ist der Umstand, dass Hyaluron nicht dauerhaft produziert wird. Mit dem Alter wird weniger Hyaluron hergestellt; in weiterer Folge erhält das Knorpelgewebe weniger Nährstoffe. Um einen „Nährstoffmangel“ zu verhindern, kann synthetisch hergestelltes Hyaluron mit einer Hyaluronspritze in das Knie bzw. Gelenk injiziert werden.

Die Hyaluron-Spritze – was passiert in unserem Körper?

Hyaluronsäure wird biotechnologisch hergestellt, wobei es hier de facto keinen Unterschied zwischen der körpereigenen Hyaluronsäure gibt, die in unserem Körper produziert wird. Da die Hyaluronsäure die Schmiere des Gelenks darstellt, wirkt sie – nach der Injektion in das betroffene Gelenk – als Stoßdämpfer und Schutzschicht, sodass eine verbesserte Gleitfähigkeit des Knorpels entsteht.

Der Mediziner injiziert die Hyaluronsäure in das Kniegelenk, sodass Schmerzen gelindert werden können. Nach der Verabreichung kann das Hyaluron seine Fähigkeiten entfalten:

  • Hyaluron wirkt entzündungshemmend
  • Hyaluron dient als Puffer zwischen den Gelenksknorpeln
  • Hyaluron wirkt schmerzlindernd
  • Hyaluron ist das Gleitmittel aller Gelenke
  • Hyaluron regt auch das Wachstum der Knorpelzellen an

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Hilfe bei Gelenkverschleiß

Es ist nur folgerichtig, dass sich unsere Gelenke mit zunehmendem Alter verschleißen. Von Arthrose spricht man dann, wenn der Gelenkverschleiß das normale altersbedingte Maß deutlich überschreitet.

Gelenkverschleiß trifft fast jedengelenke-staerken

Es ist nur folgerichtig, dass sich unsere Gelenke mit zunehmendem Alter verschleißen. Von Arthrose spricht man dann, wenn der Gelenkverschleiß das normale altersbedingte Maß deutlich überschreitet. Da die Veränderung oder der Verlust des Gelenkknorpelmaterials dazu führt, dass die empfindliche Knochenhaut direkt aufeinander reibt, kommt es zu chronischen Entzündungen, die extrem schmerzhaft sein können und die Bewegung des Menschen zum Erlahmen bringen können. Das bedeutet für den Betroffenen einen Tiefpunkt an Lebensqualität. Wir zeigen hier Wege auf, wie man gegen die Arthrose vorgehen kann.

Was begünstigt die Arthrose?

Gelenkverschleiß entwickelt sich über lange Zeit immer dann, wenn man seine Gelenke verschleißt. Wie ist das möglich? Selbstverständlich durch jahrelange Überbelastung fernab von den natürlichen Bewegungen, wofür unsere Gelenke gemacht sind. Typische Ursachen sind:

  • Übergewicht
  • Angeborene oder auch traumatisch bedingte Gelenkfehlstellungen
  • Knochenerkrankungen wie Osteoporose
  • Oftmals beruflich bedingtes ständiges schweres Heben

An dieser Stelle darf aber auch nicht der Hinweis fehlen, dass viele junge Menschen heute aus übertriebenem sportlichen Ehrgeiz ihre persönliche Arthrose vorprogrammieren. Wer zum Beispiel meint, drei Mal die Woche Marathon trainieren zu müssen, überfordert seine Knie-, Hüft- und Sprunggelenke einschließlich der Bandscheiben. Dafür ist die menschliche Physis nicht gemacht.

Ganz typische Stellen, die auch von Arthrose betroffen werden können, sind die Oberschenkel- und Schienenbeinknochen. Beide sind normalerweise von einer glatten Knorpelschicht überzogen. Dieser Knorpel funktioniert aber nur im Zusammenwirken mit einer Schleimhaut, die mithilfe ihrer sogenannten Fresszellen für den Abbau des feinen Knorpelabriebs sorgt. Darüber hinaus wird von der Gelenkschleimhaut auch die „Gelenkschmiere“ bereitgestellt, die zugleich den Knorpel ernährt. Durch regelmäßige Bewegungen wird die Gelenkschmiere in den Knorpel aufbauend eingearbeitet.

Bei Fehlbelastung oder fehlender Bewegung wird der Knorpel sogar überernährt mit der Folge, dass seine Oberfläche weicher wird und Risse bekommt. Mit dem vermehrten Absterben von Knorpelzellen setzt dann die fatale Entwicklung der unaufhaltsamen Arthrose ein.

Häufige Folgen der Arthrose

Rein statistisch wird die Arthrose in Deutschland am häufigsten im Kniegelenk diagnostiziert. Von Arthrose betroffen sind hierzulande zurzeit ungefähr fünf Millionen Menschen. Auch weltweit ist Arthrose die häufigste Gelenkerkrankung. Ihre typischen Folgen sind:

  • Achsen-Fehlstellung der Beine
  • X-Beinstellung bei Frauen, O-Beinstellung bei Männern

Der Arthrose vorbeugen

Eine ganz zentrale Rolle spielt hier die Ernährung. Die zunehmende Übersäuerung unseres Körpers durch falsche Ernährung (zu viel fettes Fleisch, Industriezucker, Fette, Nikotin und Alkohol) greift unser Knorpelmaterial aggressiv und zersetzend an. Auch Übergewicht ist eine Auswirkung falscher Ernährung, und mit dem Übergewicht und den Schmerzen in den Gelenken kommt der Bewegungsmangel ganz automatisch. Das ist ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt, und genau damit müssen wir so früh wie möglich anfangen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Möglichkeiten der Ärzte und Orthopäden sind nicht grenzenlos. Operationen und künstliche Gelenke sind oftmals sogar unumgänglich, wenn man seine Lebensumstellung nicht rechtzeitig hinkriegt. In den früheren Stadien der Erkrankung können physikalisch-therapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik hilfreich sein. Auch Einlagen in den Schuhen können überlasteten Knien helfen. Darüber hinaus werden auch Eigenbluttherapien und das Einspritzen von Hyaluronsäure angeboten.

Fazit

Die Entstehung der Arthrose geht langsam und ist im Wesentlichen der eigenen Lebensführung, insbesondere der falschen Ernährung, geschuldet. Wenn dann noch einseitige Überlastungen bestimmter Gelenke und Übergewicht hinzukommen, ist die Arthrose schon fast vorprogrammiert. Abnehmen bei gesunder Ernährungsweise und sanfter Sport (zum Beispiel Schwimmen) sind die ärgsten Feinde der Arthrose, vorausgesetzt, man kommt früh genug zu dieser Erkenntnis.

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